Die wichtigsten Buchgenres im Überblick

Buchgenres beschreiben die Einteilung von Büchern in verschiedene Kategorien aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften. Die einzelnen Gruppen können immer weiter heruntergebrochen und spezifiziert werden. Beispielsweise kann ein Fantasy Roman auch noch in High oder Low Fantasy eingeteilt werden. Die Kategorien entstehen durch die Einteilung nach dem Inhalt und den formalen Gesichtspunkten.

Aber wofür braucht man diese Einteilung überhaupt? Menschen kategorisieren andauernd Dinge. Fast alles wird, meistens sogar unterbewusst, in eine mentale Schublade gesteckt. Dies macht es den Menschen einfacher durch den Alltag zu kommen, weil man bei den einzelnen Dingen dann nicht immer überlegen muss in welche Kategorie es gehört, sondern man weiß automatisch, zu welchen Gegenständen beispielsweise ein Hammer gehört. Diese Theorie nennt sich Schematheorie und besagt, dass Menschen mentale Schemata bilden, um das Gedächtnis zu entlasten. Auch bei Büchern fällt es einer Person somit einfacher jene Werke zu finden, die einem gefallen. Jemand, der am liebsten gruselige Geschichten über Morde liest, wird sich beispielsweise kaum beim Genre Frauenroman aufhalten. Und jemand, der sich für Cowboys interessiert, wird bei Fantasy-Büchern eher vorbei gehen.

Und wie passt nun die Belletristik hier hinein? Die Belletristik ist kein Genre, sondern der zusammenfassende Begriff für jegliche Unterhaltungsliteratur. In der Belletristik geht es nicht immer um qualitativ hochwertige Literatur, sondern der Fokus wird auf Unterhaltung und Spannung gelegt. Hier geht es nicht um das Genre des Buches, sondern eher um den Unterhaltungsfaktor und die Qualität des Geschriebenen. Somit kann eigentlich fast jedes Genre ab und zu auch zur Belletristik gehören.

Jedes Genre besteht auch aus zahlreichen Subgenres, also Unterkategorien. Die Grenzen zwischen den Genres sind jedoch fließend, daher ist es nicht immer ganz einfach, Bücher in eine einzige Kategorie einzuteilen. Mit jedem Genre werden außerdem auch bestimmte Erwartungen der Leser an das Buch gestellt. Es wird ein bestimmtes Setting, eine Rahmenhandlung oder Charaktere erwartet, wenn die Leser ein Buch eines konkreten Genres in der Hand halten.

Vor der eigentlichen Liste muss nun noch der Unterschied zwischen Fiction und Non-Fiction erklärt werden. Eigentlich sind diese Begriffe selbsterklärend. Non-Fiction bedeutet „nicht fiktiv“, das heißt bei Non-Fiction Büchern handelt es sich um wahre Begebenheiten und Tatsachen. Normalerweise sind Sach- und Fachbücher Non-Fiction, sprich wissenschaftliche Werke oder Biografien. Im Gegensatz dazu handelt es sich bei der Fiction um jegliche Geschichten, die frei erfunden sind. Charaktere oder Ereignisse können natürlich von wahren Begebenheiten beeinflusst worden sein, jedoch geht es bei der Fiction eher um Fantasie und Kreativität.

Fiction

Abenteuerromane
Der Protagonist im Abenteuerroman ist ein Held, der zahlreiche Abenteuer überstehen muss. Der Held ist dabei meistens ein Mann und die Abenteuer reißen ihn aus seinem Alltag heraus. Oft sind diese Abenteuer unfreiwillig zu bestreiten, um beispielsweise eine geliebte Person zu retten. Der Western passt beispielsweise häufig auch in dieses Genre

All-Age-Literatur

Zu der All-Age-Literatur werden jene Romane gezählt, die eigentlich für Kinder ab 12 Jahren gedacht sind, für deren Themen sich aber auch Erwachsene interessieren. Wie der Name schon sagt, sind diese Bücher eben für alle Altersklassen geeignet.
All-Age-Romane

Entwicklungsroman

Entwicklungsroman

Beim Entwicklungsroman geht es um die persönliche Entwicklung des Protagonisten im Laufe des Romans. Hauptsächlich werden hier die Auseinandersetzung mit einem Problem und der Weg der Entwicklung beschrieben. Der Entwicklungsprozess und die damit verbundenen Konsequenzen wird meistens auch in weiteren Buchgenres behandelt. Nur selten ist ein Buch nur dem Entwicklungsroman zuzuschreiben.

Ethno-Literatur

Auch die Ethno-Literatur ist genauso wie der Entwicklungsroman eher eine zusätzliche Einteilung und gehört zu einem weiteren Genre. Bei der Ethno-Literatur steht eine bestimmte Kultur oder eine bestimmte Gruppe von Menschen im Vordergrund. Die Sitten und Bräuche dieser Kultur sollen so realistisch wie möglich dargestellt werden.
Ethno-Romane

Fantasy

Fantasy-Romane
Bei der Fantasy-Literatur geht es um übernatürliche Phänomene und Erscheinungen. Ganze Welten können hier komplett neu erfunden werden. In den meisten Werken spielt Magie eine wichtige Rolle, und auch fantastische Wesen wie Drachen können vorkommen.

Frauenromane

Als Frauenromane werden oft Liebesromane mit einer klassischen Handlung bezeichnet. Diese klassische Handlung besteht aus zwei Personen, die sich kennen und lieben lernen, doch kurz bevor sie ein Paar werden oder heiraten, tauchen ein oder mehrere Probleme auf, die am Ende jedoch wieder aufgelöst werden. Bei Liebesromanen gibt es fast immer ein Happy-End. Diesem Genre gehören beispielsweise auch die erotische Literatur oder Romanzen an.
Frauen Roman

Heimatroman

Heimatromane

Der Heimatroman spielt meistens auf dem Land und zeigt das Leben und die Schwierigkeiten der dort lebenden Menschen. Es soll als Gegensatz zum städtischen Leben dargestellt werden. Immer beliebter werden heutzutage auch Regional- bzw. Heimatkrimis – Kriminalromane mit ländlichem Setting.

Die Handlung in einem historischen Roman spielt vor 1900. Alles danach gilt als zeitgenössischer Roman, wobei sich diese Grenze immer weiter verschieben wird. In die Vergangenheit sind aber keine Grenzen gesetzt, der Roman könnte beispielsweise auch in der Römerzeit spielen. Oft wird das Leben einer historischen Persönlichkeit fiktiv aufgearbeitet.

Historische Romane
Horror-Romane

Romane des Horrorgenres wollen vor allem eines: Angst verbreiten. Die Autoren wollen Nervenkitzel und Gänsehaut erzeugen. Meistens wird hier mit unterschiedlichsten Ängsten gespielt, oder es werden gruselige und seltsame Ereignisse beschrieben. Es geht hier aber nicht um blutige, ekelhafte Szenerien, die einem Angst machen, sondern es werden psychologische Gruselelemente und realistisch geschilderte, grauenvolle Ereignisse eingebaut. Auch Übernatürliches kann hier vorkommen.

Humoristische Romane sind sehr breit gefächert. Sie alle haben nur eines gemeinsam: Der Leser soll während der Lektüre köstlich unterhalten werden und lachen können. Oft werden normale Alltagssituationen auf eine besondere Weise lustig erzählt. Diese Alltagssituationen sind so beschrieben, dass sie nachvollziehbar sind, aber werden trotzdem überspitzt dargestellt, um die Situation komischer erscheinen zu lassen. Oft finden die Leser sich selbst oder Bekannte in den dargestellten Ereignissen wieder.
Humoristische Romane

Kinder- und Jugendliteratur

Kinder und Jugendromane
In der Kinder- und Jugendliteratur kommen meistens Protagonisten vor, die im Alter der Leser sind. Außerdem werden Themen behandelt, mit denen sich Kinder und Jugendliche häufig beschäftigen, beispielsweise Pubertät oder Schule. Natürlich werden diese Bücher nicht allen Kindern und Jugendlichen zugeordnet, sondern es gibt in dieser Literatur noch weitere Altersabstufungen. Beispielsweise sind Kinderbücher meistens für Leser bis 12 Jahre geeignet und Jugendbücher für Leser zwischen 12 und 18 Jahren.

In einem Krimi (Kurzform für Kriminalroman) geht es um Verbrechen und deren Aufklärung. Meistens sind diese Geschichten aus der Sicht eines Detektivs oder Polizisten geschrieben. Es kann aber auch vorkommen, dass die Perspektiven von Verbrechern, Zeugen oder wechselnde Sichten genutzt werden. Hier gibt es sehr viele Subgenres, beispielsweise Anwaltskrimi, Detektivkrimi, Gangsterkrimi oder Regionalkrimi.

Kriminal-Romane

Science-Fiction

Science fiction Romane

Bei Science-Fiction-Romanen ist das Setting meistens in der Zukunft platziert. Die Welt hat sich in Bezug auf die Technologie extrem weiterentwickelt und es wurden viele neue Geräte erfunden. Bei der Science-Fiction geht es meistens um die Darstellung dieser zukünftigen Welt. Oft spielen diese Romane auch auf verschiedenen Planeten. Dystopien und Utopien sind auch diesem Genre zuzuordnen.

Tatsachenroman

Ein Tatsachenroman ist meist nur ein zusätzliches Feature in einem anderen Genre. Hier werden Tatsachen, also wahre Ereignisse, fiktiv aufgearbeitet oder reale Personen in einem fiktiven Kontext dargestellt.
Tatsachen Romane
Thriller Romane

In einem Thriller muss der Protagonist meistens um sein Leben fürchten. Er oder sie befindet sich durch irgendeine Art von Konflikt in einer lebensbedrohlichen Situation. Meistens werden auch Familienmitglieder oder Freunde des Protagonisten bedroht. Die Hauptperson versucht dann natürlich, dieser Situation zu entfliehen beziehungsweise sie zu bewältigen. Thriller haben jedoch nur selten ein Happy-End.

Der Western gehört auch dem Genre des Abenteuerromans an. Das Setting ist im sogenannten „Wilden Westen“ angesiedelt, und meistens kommen Cowboys, Pferde und Ranches vor. Themen, die häufig beschrieben werden, sind der Bau einer Eisenbahnlinie, Outlaw-Geschichten und das harte Leben auf einer Ranch.
Western-Romane

Non-Fiction

Autobiografie

Autobiografie

Eine Autobiografie schildert reale Erlebnisse des Protagonisten in der Ich-Perspektive. Der Autor schreibt über sich selbst und erzählt aus seiner Sicht. Autobiografien spiegeln eine subjektive Sicht wider – im Gegensatz zu einer Biografie.

Die Biografie ist eine neutrale, objektive Schilderung des Lebens einer Person. Die Bücher sind immer in der 3. Person geschrieben, um größtmögliche Objektivität zu gewährleisten. Die Biografie wird außerdem nicht von der behandelten Person selbst geschrieben, sondern von jemand anderem.

Biografie
Fachbuch
Ein Fachbuch erklärt ein nichtfiktionales Thema. Hier sind Neutralität und Objektivität besonders wichtig. Außerdem wird hier ein Thema wissenschaftlich aufbereitet und durch weitere Quellenverweise belegt. Diese Bücher sind eher für Fachpersonen, die ein Thema noch weiter vertiefen möchten, gedacht.

In einem Ratgeber wird ein nichtfiktionales Thema verständlich erklärt. Es geht hier nicht um die Meinung des Forschers oder die wissenschaftliche Abhandlung eines Themas. Mit einem Ratgeber lernt der Leser, wie man bestimmte Dinge macht, beispielsweise Kochen, Stricken oder Heimwerken.

Ratgeber
Sachbuch
In einem Sachbuch wird ein reales Phänomen oder Thema beschrieben. Die Autoren haben oft eine bestimmte Meinung zu einem Thema, die hier miteinbezogen wird. Jedoch soll ein Sachbuch trotzdem neutral sein. Diese Bücher sind für alle an diesem Thema interessierten Personen gedacht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Do NOT follow this link or you will be banned from the site!