Das Klagelied der tickenden Herzen von Candy Hecht.

Eine bewegende Geschichte über einen Uhrmacher, der völlig ohne Hintergedanken einfach nur Menschen helfen wollte und dessen Hilfe trotz bester Absichten nicht den gewünschten Effekt hatte. Packend geschrieben, verleitet diese melancholische Geschichte zum Nachdenken und treibt einem beim Lesen einen kleinen Schauer über den Rücken.

Teaser:

Einst lebte, in einer kleinen Stadt, sehr weit im Osten, ein Uhrmacher. Sein großes, schwarz gestrichenes Haus mit weitläufigem Grundstück, stand auf einem Hügel und war von einer Wiese umgeben. So hatte er immer den besten Blick über die Stadt, wenn er am Abend bei einem Tee auf der Veranda saß. Der Uhrmacher liebte es, die kranken Uhren der Leute zu heilen, widmete sich ihnen mit aller Hingabe und Ruhe. Seine magischen Hände, mit denen er auch die filigransten Modelle zu reparieren schaffte, waren schon bald im ganzen Land bekannt. Die Leute kamen …
ISBN: 978-3-96385-000-4

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Einst lebte, in einer kleinen Stadt, sehr weit im Osten, ein Uhrmacher. Sein großes, schwarz gestrichenes Haus mit weitläufigem Grundstück, stand auf einem Hügel und war von einer Wiese umgeben. So hatte er immer den besten Blick über die Stadt, wenn er am Abend bei einem Tee auf der Veranda saß. Der Uhrmacher liebte es die kranken Uhren der Leute zu heilen, widmete sich ihnen mit aller Hingabe und Ruhe. Seine magischen Hände, mit denen er auch die filigransten Modelle zu reparieren schaffte, waren schon bald im ganzen Land bekannt. Die Leute kamen in Scharen zu ihm und brachten ihm ihre Armbanduhren, Taschenuhren und sogar manchmal Standuhren vorbei. Er verlangte kein Geld für seine Dienste. Er war ein gutmütiger Mann, der schlicht sein Handwerk liebte. Dass seine Kunden ihm vertrauten und ihren Dank aussprachen, genügte ihm. Er liebte sein Leben, seine Routine. Doch eines Tages staunte er nicht schlecht, als ein Mann mittleren Alters vollkommen aufgelöst vor seiner Tür stand. In seinen Händen hielt er jedoch keine Uhr, sondern ein Foto. Es war das eines Mädchens. „Ich bitte dich, lieber Uhrmacher. Hilf meiner Tochter. Sie hat ein sehr krankes Herz und nicht mehr viel Zeit. Kein Arzt kann ihr helfen. Sie steht zwar auf der Liste für ein neues Herz. Aber sie ist schon sehr schwach und wenn nicht schnell etwas geschieht dann…dann wird sie bald sterben…“, erklärte er unter Tränen und sank verzweifelt auf die Knie. Der Uhrmacher beugte sich zu ihm hinunter und sah ihm in die Augen. So viele Emotionen spiegelten sie wieder. Trauer, Angst und einen Funken Wut. Und dennoch wusste der Uhrmacher nicht recht, wie er dem Mädchen helfen konnte. „Werter Herr. Es tut mir sehr leid. Aber ich bin kein Arzt. Wie sollte jemand wie ich Ihnen helfen können?“ Gerade wollte er den Mann vertrösten, da stand dieser plötzlich auf, packte ihn am Kragen und schrie ihn an. „Hören Sie! Mein kleines Mädchen muss weiterleben dürfen! Sie hat doch noch alles vor sich! Bitte…helfen Sie ihr…Bitte!“, flehte er. Der Uhrmacher hatte Mitleid. Doch er wusste nicht was er machen konnte. Trotzdem er unsicher war versprach er dem Mann zu helfen, wenn dieser ihm dafür sein Wort gab, sich um einen Chirurgen zu bemühen, der ihnen helfen würde, falls das Vorhaben glücken sollte. Der Mann schwor dankbar, dass er sich darum kümmern würde und lächelte ihn voller Hoffnung an, bevor er ging. Wieder in seinem Arbeitszimmer brütete der Uhrmacher lange an einer Idee, wie er dem kleinen Mädchen helfen konnte. Noch immer fiel es ihm schwer zu glauben, dass er die Fähigkeiten dazu besitzen könnte. Aber er wollte sein Möglichstes tun. Und es war eine neue Herausforderung. Nach vielen Stunden des Grübelns kam ihm schließlich ein Einfall, den umzusetzen er kaum erwarten konnte. Und so arbeitete der Uhrmacher daran. Tag für Tag und Nacht für Nacht verbrachte er damit kleine Zahnräder, Schrauben und ein passendes Gehäuse miteinander so zu verbinden, dass es einwandfrei funktionierte. Mit Lötkolben, Zange und viel Fingerspitzengefühl hatte er ein Herz erschaffen, welches dem menschlichen in seiner Funktionalität und Optik sehr ähnlich war. Es bestand jedoch aus Kupfer und hatte ein Uhrwerk, sowie mechanische Pumpen, die das Blut hindurch leiten sollten, damit das Mädchen am Leben blieb. Es war etwas schwerer als ein normales Herz, dafür jedoch äußerst stabil. Zog man es auf, konnte es theoretisch mehrere Jahrzehnte lang schlagen. Es war die komplexeste Apparatur die der Uhrmacher je gebaut hatte. Er hoffte sehr, dass sie zuverlässig ihren Dienst tun würde. Denn die Zeit sie richtig zu testen hatte er nicht mehr. Der Zustand des Mädchens wurde bereits nach kurzer Zeit so kritisch, dass sofort gehandelt werden musste. Tatsächlich hatte der Vater des jungen Mädchens einen Chirurgen gefunden, der ihnen helfen wollte diese ungewöhnliche Operation durchzuführen. Und so begab sich der Uhrmacher mit seinem kupfernen Herz in die Praxis, wo bereits das Mädchen auf dem Operationstisch in Narkose lag und künstlich beatmet wurde. Ihre blonden Locken wirkten stumpf und ebenso krank wie sie selbst. Sie konnte kaum älter als 10 Jahre sein. Der Uhrmacher unterdrückte nur mühsam den Impuls ihr über den Kopf zu streichen und ihr zuzuflüstern, dass alles gut werden würde. Hoffentlich. „Ich kann Ihnen keine Garantie dafür geben, dass das hier wirklich funktioniert. Es ist ein Versuch.“, erklärte er dem Vater des Mädchens. Dieser nickte wissend und verließ anschließend mit gesenktem Haupt den Operationssaal. Kurz darauf begann der Chirurg mit dem Eingriff, wobei der Uhrmacher die ganze Zeit über im Raum blieb. Er half dem Chirurgen so gut er konnte. „Um deinetwillen hoffe ich, dass es funktioniert, meine Kleine.“, flüsterte er dem Mädchen zu, als der Chirurg nach mehreren Stunden das kranke Herz aus ihrer Brust entfernte und begann das neue einzusetzen. Nun musste alles sehr schnell gehen. Jede Sekunde die verstrich konnte über Leben und Tod entscheiden. Der Uhrmacher zog mit mehreren Umdrehungen das Herz auf und übergab es dem Chirurgen, der ebenfalls sehr nervös wirkte. Sogleich begann es in regelmäßigem Takt zu ticken und zu pumpen. Wieder verging einige Zeit und der Chirurg hatte Mühe, das Herz richtig in der Brust des Mädchens zu verankern. Er setzte ihr zusätzlich Kupferstäbe ein, die mit dem umliegenden Gewebe verwachsen sollten. So sollte das Gewicht des Herzes besser getragen werden. Zudem wurden die lebenswichtigen Blutgefäße von ihnen ummantelt, um ein Abstoßen des Fremdkörpers zu verhindern. Als dies getan war, sahen der Uhrmacher und der Chirurg gespannt auf den Herzmonitor. Sie hörten das durchgehende Piepen, blickten auf die flache Linie, die keine Ausschläge zeigte. Einige unerträglich lange Momente verstrichen. Enttäuschung machte sich in dem Uhrmacher breit. Neben ihm schüttelte der Chirurg bedauernd den Kopf und wollte gerade dem Vater vor der Tür die schlechte Nachricht überbringen, als plötzlich… Piep…Piep…Piep Beide sahen auf, eilten zum Operationstisch und betrachteten voller Erstaunen die Linie auf dem Monitor, die immer regelmäßiger begann auszuschlagen, bis ein relativ regelmäßiger Herzschlag zu erkennen war. Offenbar hatte das Kind einiges an Überlebenswillen in sich getragen und sich zurück ins Diesseits gekämpft. Sogleich verschloss der Chirurg den Brustkorb des Kindes und sprach dem Uhrmacher seine Bewunderung aus. „Noch niemals bin ich jemandem begegnet, der so fingerfertig und grazil arbeitet wie Sie. Wenn dieses Herz tatsächlich funktionieren sollte, dann wäre das einer der größten medizinischen Durchbrüche unseres Zeitalters. Sie könnten so viele Menschen damit retten.“, sagte er. Der Uhrmacher bedankte sich, blieb jedoch selbst skeptisch. Auch der Vater des Mädchens zeigte große Bewunderung und eine unglaubliche Dankbarkeit. Er versprach ihn mit seiner Tochter zu besuchen, wenn sie genesen war. „Und ich werde Sie jedem weiterempfehlen, der so ein Leiden hat. Sie haben meine liebe Tochter gerettet und ihr somit neues Leben geschenkt.“ Wieder nickte der Uhrmacher bescheiden, äußerte sich jedoch nicht dazu. Ein paar Wochen vergingen und das kleine Mädchen war vollständig genesen. Sie spielte und lachte wie ein normales Kind. Sie besuchte den Uhrmacher und umarmte ihn zum Dank. Er war überglücklich, dass es ihr gut ging und fasste mehr Vertrauen in seine Fähigkeiten. Es dauerte nicht lange, bis sich herumgesprochen hatte, welches Wunder der bescheidene Uhrmacher vollbracht hatte. Immer häufiger standen nun Männer vor seiner Tür, deren Töchter und Frauen an Herzkrankheiten litten. Sie kamen aus aller Herren Länder angereist und baten ihn um seine Hilfe. Gutmütig wie er war, half der Uhrmacher auch ihnen und hatte alle Hände voll zu tun. Er fühlte sich als rechtschaffener Mann und war glücklich, dass er nicht nur Uhren, sondern nun auch Leben zu retten im Stande war. Er baute viele weitere künstliche Herzen und der Chirurg von damals erklärte sich bereit sie einzusetzen. Während der Uhrmacher noch immer keinen Penny für seine Dienste verlangte, machte der Chirurg eine Menge Gewinn mit den Herzen. Weiterhin glückten die Operationen. Die Frauen und Kinder erlangten ihre Gesundheit zurück und konnten wieder mit ihren Familien leben. Der Uhrmacher wurde nun als Wundererschaffer und Heiler gefeiert. Er selbst blieb jedoch weiterhin bescheiden, war aber dennoch in einem gesunden Maß stolz auf seine Arbeit. Als er dann eines Tages entspannt bei einer Tasse Tee in seinem Garten saß, läutete es an der Tür. Er war überzeugt, dass es ein neuer Kunde sein würde, der seine Hilfe benötigte. Doch stattdessen stand der Mann vor ihm, für dessen Tochter er das erste Kupferherz gefertigt hatte. Allerdings wirkte er nicht mehr so glücklich, wie bei ihrer letzten Begegnung. Er bat ihn herein und bot ihm einen Tee an, den der Mann dankend annahm. „Was führt Sie zu mir?“, fragte der Uhrmacher nach einiger Zeit des Schweigens. Der Mann blickte von seiner Tasse auf, die er fest umklammert hielt. Nun erst war zu erkennen, wie müde er wirkte. Unter seinen Augen zeichneten sich dunkle, fast schwarze Schatten ab und auch sein Gesicht wirkte, als sei er binnen kürzester Zeit um etliche Jahre gealtert. „Sie…sie macht mich wahnsinnig…“, sagte er so leise, dass er nur schwer zu verstehen war. „Von wem sprechen Sie?“, fragte der Uhrmacher etwas unsicher. „Meiner Tochter! Von wem sonst?!“, fuhr er ihn an. Der Mann schrie es schon beinahe, als wolle er sein gegenüber für sein Leid verantwortlich machen. Er war verwundert und sah den verzweifelten Vater entgeistert an. „Aber inwiefern kann ich Ihnen denn bei diesem Problem helfen?“ „Machen Sie sie wieder normal, verdammt! Sie haben ihr das schließlich angetan!“ Dieses Mal schrie er wirklich und griff sich in die zerzausten Haare, als er vehement den Kopf schüttelte, als müsse er schlechte Träume verscheuchen. Es war offensichtlich, dass er am Rande eines Nervenzusammenbruchs stand. „Wodurch treibt sie Euch denn in den Wahnsinn, wie ihr sagt?“, fragte der Uhrmacher eher rhetorisch, als dass er wirklich eine Antwort darauf wollte. Er sah sich schließlich in keinster Weise für das Problem verantwortlich. Er hatte ihr neues Leben geschenkt und nun sollte ihr Vater eigentlich glücklich darüber sein und ihm keine Vorwürfe machen. Doch dann sah der Mann ihn eindringend an. Er nahm ein paar tiefe Atemzüge bevor er sprach. „Sie…sie schläft nicht mehr. Die ganze Nacht wandert sie umher und findet keine Ruhe. ‚Papa. Mein Herz. Es ist so schwer. Und es tickt. Es tickt so laut!‘, klagt sie immer wieder. Und weil sie es nicht erträgt, summt und singt sie ein altes Kinderlied, das schon ihre Großmutter uns vorgesungen hat. Nacht für Nacht tut sie das. Ich kann es nicht mehr ertragen!“ Nun brach er in Tränen aus und schluchzte so laut, dass es dem Uhrmacher beinahe das Herz zerriss. Doch er konnte ihm nicht helfen. Denn das kupferne Herz hatte etwas mehr Gewicht als ein normales und das Uhrwerk war nötig, damit es funktionierte. Er vertröstete den Mann damit, dass es sicher eine Frage der Zeit wäre und das Mädchen würde sich noch daran gewöhnen. „Entweder das oder sie stirbt. Ich kann Ihnen zu meinem großen Bedauern nichts anderes sagen. Gedulden Sie sich bitte noch ein wenig, mein Herr.“ Damit ging der Vater wieder, auch wenn ihm nur wenig geholfen war. Der Uhrmacher atmete tief durch. Mit einer solchen Nachricht hatte er wirklich nicht gerechnet. Immerhin war das Mädchen anfangs vollkommen normal gewesen. Zu seinem Leidwesen blieb dieser unangenehme Besuch kein Einzelfall. Nur wenige Tage später stand ein weiterer Mann vor seiner Tür und erklärte, dass seine Frau, seitdem sie das neue Herz hatte, recht kühl geworden war. Sie könne keine Gefühle mehr zeigen und kümmere sich auch nicht mehr um ihre Kinder. Außerdem schlafe sie seither nicht und summt immerzu eine traurige Melodie. Viele weitere dieser Besuche folgten und der Uhrmacher fragte sich, weshalb dem so war. Er machte sich viele Gedanken darüber. Ihm wurden stetig Vorwürfe gemacht und allmählich war es ihm zu viel. Als dann erneut jemand mit einer Beschwerde kam, öffnete er die Tür nicht mehr. Er zog sich stark zurück und verließ kaum noch sein Arbeitszimmer. Er widmete sich ganz und gar seinen Uhren, die er so lange schändlich vernachlässigt hatte. Es war mittlerweile eine angenehme Stille in seinem Haus eingekehrt. Nur das angenehme Ticken drang leise und beruhigend durch die Räume. So konnte er schon beinahe die Vorkommnisse der letzten Wochen vergessen. Doch eines Nachts, als er gerade einschlafen wollte, hörte der Uhrmacher etwas, dass ihn ruckartig hochfahren ließ. Zunächst dachte er, dass er es nur geträumt habe, doch dann hörte er es wieder. Erst war es ganz leise. Doch als er aufstand und zu seinem Fenster ging, welches auf die Wiese vor seinem Haus zeigte, wurde es lauter. Beim Blick nach draußen erstarrte er. Der ganze Platz war gefüllt mit Frauen und jungen Mädchen, die in ihren Nachtgewändern, mit Laternen in den Händen dort standen und eine schaurige Melodie summten. Einige riefen um Hilfe und sahen zu seinem Fenster auf. Die Laternen warfen unheimliche Schatten auf ihre Gesichter. Sie sahen krank aus, müde. So unsagbar müde und geschafft schienen sie zu sein. Sie schienen zu leiden, trotzdem er ihnen neues Leben geschenkt hatte. „Uhrmacher! Hilf uns. Bitte erlöse uns. Wir können nicht schlafen, nicht lieben, nichts fühlen, außer Kälte.“, schluchzten einige von ihnen, während die anderen ihr Klagelied lauter sangen und dem Uhrmacher einen Schauer über den Rücken jagten. Dennoch öffnete er sein Fenster und sprach zu ihnen. „So leid es mir tut, ich kann euch nicht helfen. Kehrt zu euren Familien zurück. Bitte!“ Nun trat ein junges Mädchen hervor. Es war eben jenes Mädchen, welches das erste künstliche Herz bekommen hatte. Auch sie wirkte unsagbar erschöpft, ihre Haut war fahl, das Haar unordentlich und verfilzt. Sie weinte bitterlich. „Niemand will uns mehr haben. Sie haben Angst vor uns. Hilf uns…“ Bei den letzten Worten versagte ihre Stimme beinahe und sie wischte sich die Tränen vom Gesicht. Der Uhrmacher war ratlos und fühlte sich schuldig an all dem Leid. Er hatte doch nur helfen wollen. Weshalb war es nur so furchtbar schief gegangen? Er schloss das Fenster wieder und eine Zeit lang passierte nichts. Die Frauen und Kinder blieben stehen und wimmerten in die Nacht hinein. Es schien, als würde der Uhrmacher sich gänzlich zurückziehen und sie ihrem Schicksal überlassen. Doch plötzlich flog die Tür zu seinem Haus auf und er trat hinaus. Einen schweren Mantel über den Schultern und mit einem großen Koffer in der linken Hand, bahnte er sich wortlos einen Weg durch die Leute auf dem Platz. Bevor er endgültig den Hügel hinabging drehte er sich noch einmal um. „Ich…es tut mir so leid. Ich wollte doch nur helfen…“, flüsterte er und Tränen rannen über sein Gesicht. Dann wandte er sich ab und ging. Er blickte nicht zurück. Kehrte nicht wieder. Die Frauen und Kinder sahen ihm einige Momente lang nach. Dann ging das kleine Mädchen langsam zu seinem Haus und lief hinein. Die anderen folgten ihr. Ihre Laternen tauchten das Haus in ein schauriges Licht, das zugleich auch etwas Tröstendes hatte. Von diesem Tage an lebten sie alle in der schwarzen Villa auf dem Hügel und in jeder Nacht hörte man ihr trauriges Lied durch die Gassen der kleinen Stadt ziehen. Man nennt es das „Klagelied der tickenden Herzen“. Und immer dann, wenn der Wind vollkommen still ist und die Nacht sternenklar, kann ein jeder diese Melodie vernehmen, dessen Herz rein und voller Mitgefühl ist.

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