Jim Flagranti

Kurzbiografie 

Jim Flagranti wurde im späten 20. Jahrhundert, deutlich nach der Erfindung des elektrischen Stroms, im
Alter von neun Monaten in eine Stahlarbeitersiedlung in Dortmund hinein geboren.
Er hatte zwar karmisch ausdrücklich ein intellektuelleres Umfeld bevorzugt, aber alles Schreien
brachte damals nichts (ausser gelegentlich die Brust…).

Schreiben und lesen erlernte er im Alter von 4 Jahren durch seinen grossen Bruder. An einer Tafel,
die beide vorher aus einer verlassenen Dorfschule vor dem Abriss gerettet hatten.
Noch vor der Kindergartenzeit verfasste er Kurzgeschichten, unter anderem über die Menschn und
den krik (seine Grammatik hatte damals zugegebenermassen noch reichlich Luft nach oben).
Es folgten Grund und Hauptschule. Er war gut in Aufsatz und Diktat, wurde also in der Schule häufig
verprügelt.
Zur Steigerung seiner Coolness wünschte er sich deshalb bald notfallmässig ein Schlagzeug. Nach
einer volksmusikalischen Schnellbleiche wurde er allerdings mitsamt den Drums dem väterlichen
Akkordeonorchester einverleibt und dadurch in der Schule folgerichtig noch häufiger verprügelt…

Da Flagranti‘s Mutter davon überzeugt war, dass die Welt, wie wir sie kennen, sehr bald untergeht
und sein Daddy ebenfalls wusste, was gut für ihn ist, verzichtete man auf unnötige Schulbildung und
steckte ihn zur Lehre in ein Dortmunder Stahlwerk, was ihn intellektuell nur am Rande forderte, aber
wenigstens ordentlich Mukkis gab.

Und es folgte nach Lehre, Pubertät, Stimmbruch und Muskeln eine zweite Chance auf Coolness, als
Flagranti als Heavy Metal Trommler im Ruhrpott kurze, aber heftige Furore machte.

Er wurde zwar kein einziges Mal verprügelt, wollte aber trotzdem auf Nummer sicher gehen und
verliess die Heavy Metal Szene Mitte der 80er endgültig. Sein ehemaliger Weggefährte, Bernemann
Kost, soll anschliessend Weltkarriere bei Sodom gemacht haben.

Bei Flagranti‘s mündlichen Abschlussprüfung im Stahlwerk glänzte der Ausbilder, der jeden mit
seinem Lieblings-Prüfungsthema versorgen wollte, spontan durch Abwesenheit, worauf hin F. sein
Antithema zog, in das er sich panikartig einlas, um dann vor der Prüfungskommission eine
unerwartet souveräne Präsentation abzulegen und solide zu bestehen.
Das war quasi seine erste grössere Bühne beim Umgang mit Worten, mit ersten Vorboten Richtung
Verkauf.

1987 riefen die ihn Waffen. Flagranti antwortete mit Urinbeuteln: Zivildienst im Fahrdienst und bei
der Altenbetreuung. Zwei Jahre später war er Gründungsmitglied des Rundfunkfördervereins „Radio
Unna e.V.“ aus dem später Antenne Unna hervor gehen sollte. Anschliessend wanderte er als
Stahlwerker aus in die Schweiz, um sich mit Bildung und Kultur zu versorgen – was nach einigen
Anläufen sogar gelang. Ein Jahr später erkannte er in Luzern schicksalshaft seinen Lieblingsautor
Ephraim Kishon – dieser wirkte darüber nicht begeistert. Man munkelt, die Frau an Kishon’s Seite war
damals nicht seine… Trotzdem grosse Ehre

Da die Welt, wie wir sie kennen, sich trotz allem standhaft weigerte, unterzugehen, besuchte
Flagranti nach Feierabend die Abendschule, holte seinen Schulabschluss nach und bildete sich weiter
in Richtung Verkauf, Marketing und Kommunikation. Bald bekam er seinen Presseausweis derLuzerner neuesten Nachrichten und wurde Pressechef und Leiter des Fanclubs bei B&B Racing, einem
Luzerner Motorrad-Rennteam.

Infolge Insolvenz des Vermieters und gleichzeitiger Arbeitslosigkeit, wurde F. in Luzern beinahe
obdachlos. Seine Züricher Freundin gewährte ihm Unterschlupf und verhinderte so das Schlimmste.
Kurz, bevor seine Ausweisung drohte, da er weder Arbeit noch offiziell festen Wohnsitz hatte, trat ein
ehemaliger Mechaniker-Chef, der F. bei der Pressearbeit fürs Rennsportteam erlebt hatte, mit einem
Stellenangebot im Verkauf an ihn heran.

Nach einer ausgesprochen erfolgreichen Verhandlung wechselt er in den Verkauf, mit gleichzeitiger
Erlangung einer Aufenthaltsgenehmigung für die gesamte Schweiz, einschliesslich Geschäftswagen
und einem Monatsgehalt, „dass ihm einen Kinski Blick verschaffte“

Er fasste langsam Fuss in der Schweiz, bildete sich weiter und verpasste 1997 knapp sein
Handelsdiplom, da er überraschend Windpocken bekam und nicht an den entscheidenden
mündlichen Prüfungen teilnehmen durfte. Ein Jahr später erhält er nach erfolgreicher Prüfung an der
Universität Bern als letzter Absolvent überhaupt das eidgenössische Handelsdiplom.

In den späten Neunzigern begann seine Nachbarin, die nach einer Kampftrennung nur noch ein
alptraumgeplagtes, halbes Häufchen Elend war, plötzlich wieder zu strahlen und zu lächeln.

Es stellte sich heraus, dass sie mit Gesangsstunden begonnen hatte, die ihr sehr gut bekommen
waren. Strahlen und Lächeln schienen Flagranti damals ebenfalls erstrebenswert, weshalb er sich im
biblischen Alter von 31 Jahren ebenfalls zum Gesangsunterricht anmeldete

Mit Erfolg: bereits zwei Jahre später ging er auf Strassenmusik-Tournee quer durch Irland, mit
irischen Songs und Akustikversionen bekannter Charthits.

Nach der Jahrtausendwende wurde er Customer Service Coordinator in einem internationalen
Unternehmen der Druckerzubehör Branche. Dort lernte Er Europa kennen und wie unfassbar öde es
ist, Geld zu verdienen ohne seine Kreativität leben zu können.

Ohne jegliche musikalische Grundausbildung begann er 2002, eigene Songs in deutscher Sprache zu
schreiben. Beginnend mit „Königskinder“ – Was im damaligen Zürich ziemlich tollkühn war, da
deutsch dank diverser Weltkriege und Krawalltouristen keinen wirklichen Sympathievorsprung hatte.
Ein Jahr später wurde sein deutsches Material durch einen Zürcher Veranstalter, Walti Dux,
entdeckt. Dieser war begeistert und wollte diese Songs live hören. Es folgte die Blitzgründung einer
neunköpfigen Band namens „NEMO“ – mit anschliessender Teilnahme an verschiedenen nationalen
Contests (Schweiz) mit oft guten bis top Platzierungen, plus diverser Radioauftritte in der Schweiz.
Einen Plattenvertrag beim ehemaligen Label von Peter Alexander lehnte Flagranti ab.
Immerhin gab es Interesse auch jenseits der Grenze und den dazumal mit 3000 Personen fassenden
grössten Rock Club „Transilvania Live“ konnte man ebenfalls mehrmals rocken.

Live-Auftrittsmöglichkeiten waren in der Schweiz damals allerdings generell begrenzt, und die Gagen
lausig, so dass es nicht ohne war, die Band dauerhaft zusammen und bei Laune zu halten.

Nachdem seine zweijährige Liaison mit einer Backgroundsängerin zu Ende ging, stürzte sich Flagranti
vermehrt ins Songwriting und wurde mit einigen Tausend Reviews, Reportagen und Interviews einer
der umtriebigsten Redakteure der Musikerplattform myownmusic.de

2006 erfolgte die Auflösung von NEMO. Der Bandname ging anschliessend irgendwie automatisch
auf ihn über. Einer sich anbahnenden Midlife Crisis begegnete Fragranti mit einer dreijährigen
Ausbildung zum systemischen Familientherapeut, da sein Budget nach eigener Aussage weder einen
offenen Sportwagen, noch eine 18 jährige Sekretärin, noch eine Golfclub Mitgliedschaft zugelassen
hätten.

Da er zwischen den Ausbildungsblöcken selbst für seinen Lebensunterhalt aufkommen musste,
führte ihn sein Weg 2007 nach Andermatt im Gotthardgebirge, wo er an der Restauration eines 300
Jahre alten Fachwerkhauses, einschliesslich Umbau in ein Boutique Hotel mitwirkte. Nach einem
gelungenen Casting wurde er in dieser Zeit zusätzlich regelmässig als Schauspieler für Gerichtsshows
und Vorabendkrimis gebucht.
2008 traf Flagranti auf schicksalhafte Weise „Mücke, sein Krafttier“

Vier Jahre später, verursacht durch Liebe plus einer hohen Überdosis Karma, kehrte F. nach
Deutschland zurück und zog in Erfurt in ein ehemaliges Theater in der Erfurter Andreasvorstadt. Die
Erfurter wollten ihn anfangs nicht gemäss seiner Qualifikation beschäftigen. Einige
Personalvermittlungen wollten ihn gar zum Mindestlohn ans Fliessband stellen. Deshalb entschied er
sich für freiberufliche Tätigkeiten, einschliesslich Hausmeister des ehemaligen Theaters,
einschliesslich Komplettsanierung desselben (auenschanze.de).

2014 wurde er beim deutschen Rock und Pop Preis als drittbester Popsänger Deutschlands
ausgezeichnet (Duo mit Anisha Cay, als „in Flagranti“). Ein Jahr später ergatterte er eine
Komparsenrolle beim „a cure for Wellness“ - Dreh in Oberhof, Thüringen. Die Szene wurde
anschliessend leider gestrichen. Es folgten diverse, unfassbar schlecht bezahlte Einsätze als Texter
und Sprecher.
Nach der Trennung von Anisha Cay, Solo als Jim Flagranti: Weltpremiere / Plattentaufe von „Mari e
Tempeste“ beim grössten italienischen Festival nördlich der Alpen (Un(n)a Festa Italiana). Später im
Jahr 2015 folgten Dreharbeiten zu „Thief-someday you will pay“ in Bonn, einem Indie-Mysterythriller
bei dem Flagranti einen besessenen, homosexuellen Privatdetektiv spielt.
Er schloss das Jahr 2015 mit einem Auftritt beim deutschen Rock und Pop Preis, den er dieses Mal als
„bester Popsänger Deutschlands“ und neben dem zweiten Kulturförderpreis, auch für die drittbeste
Komposition ausgezeichnet wurde. Es hagelte also viele Ehrungen, aber keinerlei Bargeld, daher
arbeitete er seit 2016 in einem Telekommunikationsunternehmen in Erfurt.

2017 feierte Thief-Someday you will pay Weltpremiere beim Indigo Filmfestival.

Die ganze Zeit über tauchten satirische bis ernste Wortbeiträge von Ihm in den Weiten des Internets
auf. Nicht zuletzt über Mücke, sein Krafttier. Die Rufe seiner musikalischen und filmischen Follower
nach Veröffentlichung wurden immer lauter, weshalb Flagranti diese nun als Kurzgeschichten beim
Verleger Verlag veröffentlicht.

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