Jübollek mit Marsmensch und Waschmaschine von Raymond Zoller

teilen Manche Geschichten kann man nicht am Stück erzählen. Sie sind eine Sammelsurium von Kurzen Anekdoten und Geschichten die manchmal mehr und manchmal weniger Sinn ergeben. Die Kurzgeschichtensammlung Jübollek mit Marsmensch und Waschmaschine von Raymond Zoller ist eine solche Geschichte.

Teaser:

Nachbars Katze, Hund und Frau und drei Matratzen Hürgokhs Großvater fiel häufig vom Dachboden in den Keller. Zum Glück war das Haus nicht sehr hoch; und weil das Haus nicht sehr hoch war, fiel er nicht sehr tief. Günstig war auch, daß es im ganzen Hause nur eine einzige Stelle gab, wo man direkt vom Dachboden in den Keller durchfallen konnte; und genau an dieser Stelle hatte man im Keller drei Matratzen aufeinandergelegt; und da fiel Hürgokhs Großvater, wenn er vom Dachboden in den Keller fiel, immer drauf. – Einmal hatte sich die Katze des Nachbarn auf die Matratzen zum Schlafen hingelegt; und als der Großvater herunterfiel, drückte er sie platt. Der Nachbar kaufte sich dann einen Hund; und auch der Hund wäre um ein Haar plattgedrückt worden. Denn Hunde lieben es, genau wie die Katzen...
ISBN: „978-3-96385-016-5“

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Jübollek

Frequently asked questions (FAQ) or Questions and Answers (Q&A), are listed questions and answers, all supposed to be commonly asked in some context, and pertaining to a particular topic.

Nachbars Katze, Hund und Frau und drei Matratzen

Hürgokhs Großvater fiel häufig vom Dachboden in den Keller. Zum Glück war das Haus nicht sehr hoch; und weil das Haus nicht sehr hoch war, fiel er nicht sehr tief. Günstig war auch, daß es im ganzen Hause nur eine einzige Stelle gab, wo man direkt vom Dachboden in den Keller durchfallen konnte; und genau an dieser Stelle hatte man im Keller drei Matratzen aufeinandergelegt; und da fiel Hürgokhs Großvater, wenn er vom Dachboden in den Keller fiel, immer drauf. – Einmal hatte sich die Katze des Nachbarn auf die Matratzen zum Schlafen hingelegt; und als der Großvater herunterfiel, drückte er sie platt. Der Nachbar kaufte sich dann einen Hund; und auch der Hund wäre um ein Haar plattgedrückt worden. Denn Hunde lieben es, genau wie die Katzen, ihren Schlafplatz auf weichem Untergrund zu wählen; und drei aufeinanderliegende Matratzen sind in der Tat ganz schön weich. Deshalb wählte der Hund häufig die drei Matratzen als Schlafplatz. – Einmal kam Hürgokh zufällig vorbei, wie der Hund von der Matratze aufstand, gähnte, sich streckte und heruntersprang; und kaum war er heruntergesprungen, da kam auch schon der Großvater gefallen. Der Hund bekam einen furchtbaren Schrecken und rannte jaulend davon. Wäre er nur ein paar Sekunden länger auf den Matratzen geblieben, so wäre er, gleich der Katze, von Hürgokhs Großvater plattgedrückt worden. Aber er hatte seitdem panische Angst vor jenem Orte und legte sich nie wieder auf die Matratzen zum Schlafen. Als Hürgokh sechzehn war, bekam sein Großvater einen Rollstuhl. Denn da war er schon sehr alt, und durch das viele Herunterfallen waren seine Beine und sein Rücken ganz arg mitgenommen; weswegen er Probleme hatte mit der Fortbewegung. Da es schwierig schien, mit einem Rollstuhl auf den Dachboden zu klettern, war folglich kaum noch damit zu rechnen, daß der Großvater vom Dachboden in den Keller fiel; was Hürgokh sehr gelegen kam. Denn da war er, wie gesagt, schon sechzehn und sah für die Matratzen eine seinem Alter entsprechende neue Verwendungsmöglichkeit. – Einstens, nachdem er sich mit der sehr jungen dritten oder vierten Frau des nicht mehr ganz so jungen Nachbarn auf den Matratzen zur Genüge vergnügt hatte und beide das Lager eben verlassen hatten – da rumpelte es plötzlich ganz entsetzlich; und dann fiel ein Rollstuhl herunter auf die Matratzen und hinterdrein der Großvater. – Wie es möglich war, daß der Großvater mit dem Rollstuhl auf den Dachboden hochkam, blieb ein Rätsel; sicher aber war, daß er mitsamt Rollstuhl auf Hürgokh und seine nachbarliche Gespielin draufgefallen wäre, wenn sie nicht rechtzeitig die Matratzen verlassen hätten. Ob der Großvater dann noch häufig auf die Matratzen fiel, wußte Hürgokh nicht, da der Nachbar kurz darauf von seiner Firma für längere Zeit nach Südamerika in den Außendienst abkommandiert wurde und er sich somit mit dessen Frau in deren Haus treffen konnte.

Der Marsmensch

IM WALDE, MITTEN IM WALDE, SASS EIN MARSMENSCH UND SCHWENKTE EIN RIESIGES SCHMETTERLINGSNETZ. WER IMMER VORBEIKAM, DEN SACKTE ER EIN UND STOPFTE IHN FLUGS IN SEIN RAUMSCHIFF HINEIN. UND WIE DANN SEIN SCHIFF BIS ZUM BERSTEN GEFÜLLT, STIEG ER EIN, FLOG DAVON; NUR DAS NETZ BLIEB ZURÜCK.

UND DANN WAR ER WEG.

Kruckh und Krabakukh

Kruckh hatte furchtbare Angst vor Krabakukh; und wo immer er ihn erblickte, ergriff er die Flucht. Warum Kruckh Angst hatte vor Krabakukh und warum er immer die Flucht ergriff, wußte niemand; und auch er selbst wußte es nicht. Wenn man ihn fragte, so kniff er die Augen zusammen, als würde er von der Sonne geblendet, und schwieg. Dies ging so lange, bis Kruckh, als er wieder einmal vor Krabakukh die Flucht ergriffen hatte, in die reißenden Fluten des Flusses fiel, der nicht weit von unserer Stadt durch die Täler fließt, und davongetragen wurde. Krabakukh sprang in die wütenden Wasser und schwamm hinterher; und mit letzten Kräften gelang es ihm, Kruckh an Land zu schleppen. Denn Kruckh konnte nicht schwimmen und wäre sicher ertrunken. Sowie sie aber das Ufer erreicht hatten, gab Kruckh dem geschwächten Krabakukh einen kräftigen Schubs; woraufhin dieser sofort wieder ins Wasser fiel und, da er all seine Kräfte verausgabt hatte, sofort ertrank. Seit jenem Tage braucht Kruckh vor niemandem mehr Angst zu haben.

Eskimolied

WIE KALT IST ES DRAUSSEN! DIE FINGER TUN FRIEREN; DER NORDPOL ERSTARRT UNTER EIS. WARUM IST DAS LEBEN SO UNSAGBAR SCHWIERIG? ALS ESKIMO HAT MAN’S NICHT LEICHT ...

REFRAIN: DER EISBÄR, DER KLAUTE UNS FÜNF BÜNDEL SEELACHS UND HAT TANTE PAULA GEFRESSEN …

DIE WINDE WEH’N EISIG, DER LEBERTRAN MUFFELT ... IN TIFLIS IST’S SONNIG UND HEISS!!! WARUM BIN ICH NICHT IN TIFLIS GEBOREN? ALS ESKIMO HAT MAN’S NICHT LEICHT ...

REFRAIN: DER EISBÄR, DER KLAUTE UNS FÜNF BÜNDEL SEELACHS UND HAT TANTE PAULA GEFRESSEN …

General Brommelmeier

„Es gibt verschiedene Wege, die Feinde zu vernichten“, – sagte König Hürgokh zu seinem Feldherrn Erwin Brommelmeier. – „Welchen du wählst, ist im Prinzip egal. Hauptsache, sie sind weg.“ Erwin Brommelmeier dachte nach. – „Bevor ich mich um die Feinde kümmere, möchte ich hinunter in den Kerker steigen, um General Brommsen zu verhören“, – sagte er. „Was bezeichnest du den verräterischen Feldherrn meines verräterischen Vorgängers als General?“, – rief König Hürgokh unwillig. – „Hast du etwa vergessen, daß jener Feldherr mit seiner Absetzung sämtlicher Titel verlustig ging? Wahrlich, wahrlich, kurz ist dein Gedächtnis!“ Brommelmeier hatte nichts vergessen; denn es war erst eine Woche her, seit sie in vereintem Bemühen König Krabakukh abgesetzt und mitsamt seinem Feldherrn in den Kerker geworfen hatten. Seit jenem Ereignisse war Hürgokh König, und Brommelmeier war oberster Feldherr. Brommelmeier konnte nicht beurteilen, wie weit Hürgokh mit dem Regieren zurechtkam; er wußte nur, daß er selbst mit der Heerführung Probleme hatte und daß er von den verschiedenen Wegen, auf denen man Feinde vernichten kann, keinen einzigen kannte. Vom Kriegshandwerk verstand er nichts; nicht einmal einfacher Soldat war er gewesen, da man ihn seinerzeit wegen seiner Plattfüße vom Militärdienst freigestellt hatte. „Und warum willst du ausgerechnet jetzt, wo es Wichtigeres zu tun gibt, den inhaftierten einstigen Feldherrn verhören?“, – fragte Hürgokh. – „Warte besser mit dem Verhör, bis du die Feinde vernichtet hast.“ „Ich muß ihn sofort verhören, weil der begründete Verdacht besteht, daß er in die Armee Verräter eingeschleust hat“, – antwortete Brommelmeier. – „Mit einer Armee, in welche Verräter eingeschleust sind, kann ich keine Feinde vernichten.“Denn er konnte Hürgokh ja nicht sagen, daß er keine Ahnung hatte, wie man Feinde vernichtet, und daß er von Brommsen erfahren wollte, wie man so was macht. „Nun gut, wenn du meinst“, – sagte König Hürgokh. – „Aber beeil dich! Die Feinde sind bereits im Lande!“ Brommelmeier begab sich flugs in den Kerker zu dem ehemaligen General Brommsen und begann, ihn auszufragen, wie man eine Armee führt und Feinde besiegt. Während er seine Fragen stellte und alles aufschrieb, was der abgesetzte General ihm sagte, erreichten die Feinde den Palast, setzten Hürgokh ab, um Platz zu machen für den nächsten König, und warfen ihn in das Verlies zu dem einstigen König Krabakukh. Brommelmeier aber blieb eingesperrt bei dem einstigen General Brommsen; und er beschloß, die Zeit zu nutzen, um bei Brommsen Unterricht zu nehmen in Heeresführung und Feindevernichten, damit solches ihm nicht noch einmal passierte.

Der Absprung

„Hörst du dieses merkwürdige Geräusch?“, – fragte Krückh. „Nein“, – antwortete ich. Denn ich hörte kein merkwürdiges Geräusch. „Irgendwas ist mit dem Motor nicht in Ordnung“, – sagte Krückh. Der Motor lief ruhig und gleichmäßig. Zumindest schien mir, als laufe er ruhig und gleichmäßig; aber vielleicht täuschte ich mich, denn mit Motoren und vor allem Flugzeugmotoren kannte ich mich nicht aus. Krückh war da sicher kompetenter. „Die Sache gefällt mir nicht ...“, – murmelte Krückh und legte die Rechte unentschlossen auf den Gashebel. Dann neigte er den Kopf wie fragend nach rechts und drehte am Steuerhorn. Der Horizont machte einen Schwung. „Wenn der Motor explodiert, sind wir verloren ...“ „Vielleicht siehst du alles zu schwarz?“, – versuchte ich, ihn zu beruhigen. – „Der Motor ist doch in Ordnung? Oder? Hör doch, wie ruhig er läuft!“ „Ruhig nennst du das?“, – Krückh schüttelte den Kopf. – „Wo hast du deine Ohren? Er kann jeden Moment explodieren!“ Mit einer entschlossenen Bewegung nahm er die Hand vom Gashebel und legte sie aufs Steuerhorn. „Ich steig besser aus!“ „Wie du willst“, – antwortete ich. Obwohl solches mir sehr ungelegen kam. Ich hatte noch nie ein Flugzeug geflogen und würde sicher die größten Schwierigkeiten damit haben; und sollte mit dem Motor tatsächlich etwas nicht in Ordnung sein, so wüsste ich vollends nicht mehr, was ich tun sollte. Andererseits aber schien es mir nicht recht, ihn zum Bleiben zu überreden: Wenn er sich entschlossen hatte, auszusteigen, so war das seine freie Entscheidung, und ich hatte kein Recht, mich da einzumischen. „Du kannst ja versuchen weiterzufliegen“, – unterbrach Krückh meine Erwägungen. „Ich will‘s versuchen“, – antwortete ich. Was blieb mir anders auch übrig? Aussteigen kam nicht in Frage, ich war noch nie mit einem Fallschirm abgesprungen und kam damit sicher noch viel weniger zurecht als mit einem Flugzeug. Und zu alledem gab es an Bord nur einen einzigen Fallschirm. „Vielleicht kriegst du das Ding heil runter“, – sagte Krückh und klopfte mir aufmunternd auf die Schulter. Dann öffnete er mit einer energischen Bewegung die Tür und sprang hinaus.

Die Waschmaschine

Kant ist der Erfinder des Dinges an sich. Beinah hätte er auch noch die Waschmaschine erfunden. Er hatte schon angefangen, sie zu erfinden – als er plötzlich innehielt: Was soll ich, dachte er, die Waschmaschine erfinden? Habe ich nicht schon das Ding an sich erfunden? Warum muß immer ich alles machen? Wenn sie die Waschmaschine haben wollen, soll gefälligst jemand anders sie erfinden! Also dachte Kant; und so kam es, daß nicht er die Waschmaschine erfunden hat.

Von einem König, einem Weisen und einer Königin

Ein Weiser kam zu einem König und sagte irgendetwas sehr Gescheites. Der König verstand kein Wort, nickte verstehend und schickte den Weisen reich beschenkt wieder nach Hause. „Vielleicht bin ich wirklich zu sehr unterentwickelt“, sagte der König zu seiner Frau, als sie alleine waren. „Du bist nur vergesslich“, antwortete die Königin. „Wenn du nicht vergesslich wärest, würdest du dich erinnern, daß du ihn vor zwei Monaten selbst zum Weisen ernannt hast. Damals konnte er nicht bis drei zählen und heute auch nicht; nur daß er, seit du ihn zum Weisen ernannt hast, sich etwas komplizierter ausdrückt.“ „Ach so ja, stimmt“, – erinnerte sich der König

Das Hypodem

Aita trug an jenem Abend ein Diadem und ein Hypodem. Wo das zweite Hypodem abgeblieben war, wußte sie nicht. Irgendwo hatte sie es wohl verloren …

Die Muse

SASS ICH JÜNGST AN SCHREIBTISCH, DEM SCHREIBTISCH, DEM SCHREIBTISCH, DEM

FRAGT MICH NICHT, WOZU, MIT WEM ZU, MIT WEM, ZU, MIT WEM:

MIT DER MUSE SASS ICH DORT! SASS ICH DORT! SASS ICH DORT!

DOCH DIE MUSE GING DANN FORT ... GING DANN FORT ... GING DANN FORT ...

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